50. Todestag von Kunstmaler Bächtiger                                 
Vor 50 Jahren, am 4. Mai 1971, verstarb der in Gossau wohnhaft gewesene Schweizer Künstler Augustin Meinrad Bächtiger (1888-1971).

Damals war es der Gossauer Bevölkerung wohl kaum bewusst, welche Stellung ihr Mitbürger Augustin Meinrad Bächtiger im Schweizer Kunstgeschehen einnahm, stellte der damalige Denkmalpfleger des Kantons St. Gallen, fest. Heute sieht es anders aus.

Im Kulturkonzept der Stadt Gossau vom 2. Juli 2008 ist Kunstmaler Bächtiger als bedeutender Künstler des 20. Jahrhunderts aufgeführt. Über ihn gibt es eine eigene Homepage (www.augustin-meinrad-baechtiger.ch) und im Schweizer Künstlerlexikon ist er seit 1917 nun auch online verzeichnet.
Sein monumentales Deckengemälde in der katholischen Pfarrkirche St. Andreas in Gossau aus dem Jahr 1928 wurde unlängst aufgefrischt. Auch seine Ehefrau Christine Bächtiger-Helfenberger, die im Deckengemälde von Bächtiger in Engelsgesichtern verewigt wurde und im Bächtiger-Haus auf dem Sonnenbühl den Künstlerhaushalt besorgte, ist auf der Homepage von www.frauenspur-gossau.ch aufgeführt.


Kunstmaler, Kirchenmaler, Grafiker

Augustin Meinrad Bächtiger wird zwar immer noch vornehmlich als Kirchenmaler wahrgenommen. Das ist aber ein verzerrtes Bild. Er war ebenso Kunstmaler und Grafiker. In allen drei Sparten hatte er sich an der Kunstakademie München ausbilden lassen. Die nebenstehenden  Bilder zeigen deshalb insbesondere seine Zeichen- und Malkunst.

Das Bächtiger-Haus in Gossau

Kunstmaler Bächtiger kam 1923 als junger freischaffender Künstler von 35 Jahren nach Gossau. Als er hier seine Zukünftige kennenlernte, wurde er in Gossau sesshaft und baute für sich und seine Familie ein noch heute erhaltenes Wohn- und Atelierhaus auf dem Sonnenbühl. Hier lebte und arbeitete er nun während 48 Jahren bis zu seinem Tod 1971. Mit Gossau war Bächtiger also mehr als die Hälfte seines Lebens eng verbunden.

Während 60 Jahren wirkte Bächtiger als Kunstmaler, Kirchenmaler und Grafiker. Sein Gesamtoeuvre als freischaffender Künstler ist demzufolge vielfältig und umfangreich: Das Spektrum seines Kunstschaffens reicht vom Ölgemälde bis zur Karikatur, vom Altarbild bis zur Kirchenfahne und vom Plakat bis zur Buchillustration.


Künstler als Beruf und aus Berufung

Bächtiger hatte zeitlebens nur von seinem eigenen Kunstschaffen gelebt und war keiner anderen herkömmlichen Arbeit nachgegangen. Künstler zu sein war sein Beruf und zugleich seine Berufung.

In Gossau schuf Bächtiger eine Reihe verschiedener Werke im öffentlichen und privaten Raum wie eben das Deckengemälde in der Pfarrkirche St. Andreas von 1928 oder mehrere grossformatige Wandbilder an Gossauer Hausfassaden wie dasjenige am sogenannten Gschwendhus am Bahnhofplatz zum Thema Familie und Arbeit oder das Sgraffito am Mehrfamilienhaus gegenüber dem Stadtbühlpark, welches den Park um 1830 darstellt.

 

Ferner malte Bächtiger Ölbilder und Aquarelle mit verschiedenen Ansichten von Gossau und seiner Umgebung, er zeichnete Entwürfe zu Gossauer Kirchen- und Vereinsfahnen und gestaltete verschiedene Gebrauchsgrafiken wie den Gossauer Ortsführer von 1930.

 

 

Eine Gossauer Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts

Kunstmaler Bächtiger hatte das kulturelle Leben in Gossau massgebend und nachhaltig mitgeprägt. Sein ortsbezogenes Kunstschaffen gehört als Kulturgut zum kulturellen Erbe der Stadt Gossau.

Sein künstlerisches Wirken reichte weit über Gossau und die Region hinaus:

Augustin Meinrad Bächtiger ist nicht nur eine Gossauer Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts, sondern er  gehört  zu den bekanntesten Ostschweizer Kunstmalern des vorigen Jahrhunderts. Unter den Kirchenmalern der Zwischenkriegszeit nimmt er in der Schweizer Kunstgeschichte eine bedeutende Stellung ein.

 

 

Nur von Kunst gelebt

60 Jahre Kunstschaffen als Kunstmaler  Kirchenmaler und Grafiker

 

Der Schweizer Künstler Augustin Meinrad Bächtiger wurde am 12. Mai 1888 in der Ostschweiz geboren. Er studierte an der Münchner Kunstakademie, wo er eine profunde künstlerisch-techni-sche Ausbildung erhielt. Er war unter anderem Schüler von Franz von Stuck (1863-1928).
 

Während 60 Jahren wirkte Bächtiger als Kunstmaler, Kirchen-maler und Grafiker bis kurz vor seinem Tod am 4. Mai 1971.

Als freischaffender Künstler konnte er zeitlebens von seinem eigenen Kunstschaffen leben. Künstler sein war sein Brotberuf.

 

Sein Gesamtoeuvre präsentiert sich als vielfältig und umfangreich. Das  Spektrum seines Kunstschaffens reicht vom Ölgemälde bis zur Karikatur, vom Altarbild bis zur Kirchenfahne und vom Plakat bis zur Buchillustration. In seinem Oeuvre spannt sich thematisch der Bogen vom Jugendstil über den Zweiten Weltkrieg bis zur DDR.

 

Augustin Meinrad Bächtiger zählt zu den wichtigsten Schweizer Kirchenmalern der Zwischenkriegszeit und er gehört zu den bedeutenden Ostschweizer Kunstmalern des 20. Jahrhunderts.